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Kolumbien - Das unterschätzte Juwel


Das unterschätzte Juwel

Vom 17.08.2011: Von: Tanja Ronge

Kolumbien wird häufig nur mit Drogen und Entführungen assoziiert. Zu Unrecht. Es ist sicher, wunderschön – und ein Paradies für Entdecker.

Wo wollt Ihr Euren Urlaub verbringen? In Kolumbien? Da werden doch dauernd Menschen entführt. Und überhaupt: überall Drogen. Dort ist es doch gefährlich. Warum wollt Ihr dorthin? Mit solchen und ähnlichen Reaktionen werden Reisende häufig konfrontiert, wenn sie erzählen, dass sie Ferien in dem südamerikanischen Land machen wollen. Kaum jemand aber ist über die aktuelle Sicherheitssituation informiert. Kolumbien hat kein Sicherheits-, wohl aber ein Imageproblem. »Die Situation ist deutlich anders als früher«, betont Elsa Mogollón-Wendeborn. Die gebürtige Kolumbianerin, die in Cartagena aufwuchs, in Bogotá studierte und heute Chefredakteurin der im Spotlight Verlag erscheinenden Spanisch-Lernzeitschrift Ecos in München ist, besucht ihre Heimat regelmäßig – und spricht von einem tiefgreifenden Wandel.

»Viele Jahre konnte ich von Bogotá aus nicht mit dem Bus reisen, sondern musste immer fliegen, weil es viel zu gefährlich auf den Straßen war«, sagt sie.

Das sei nun schon länger unbedenklich möglich. Dieses Jahr reiste sie sogar mit 22 deutschen Freunden mit dem Bus durch ihre Heimat. Doch kaum einer  hierzulande weiß, wie problemlos sich Urlauber dort bewegen können. Genau das will Jewgeni Patrouchev ändern, der als Tourismusberater bei der Außenwirtschaftsstelle der kolumbianischen Regierung in Frankfurt arbeitet und in Kooperation mit Veranstaltern auf Roadshows und Informationsveranstaltungen die Werbetrommel für die Reize des Landes rührt.

Der Slogan »Kolumbien, das einzige Risiko ist, dass Du bleiben willst«, greift die Sicherheitsbedenken pfiffig auf. Das Engagement trägt Früchte. Das Fremdenverkehrsamt mache in Deutschland einen wirklich exzellenten Job, lobt deshalb Martina Beeken, Produktleiterin bei Meier’s Weltreisen. Es werde viel getan, um das Land zu promoten und bestehende Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Und Kolumbien hat Potenzial. »Ich bin überzeugt, dass Kolumbien ein attraktives Reiseland ist«, betont Georg Rubin, Chef von Kontour Exklusiv Reisen, der im Land auch mit einer Incoming Agentur vertreten ist. »Als Ecuador-Spezialist bieten wir gerne eine Kombination beider Länder an«, sagt Ralph Sommer, Geschäftsführer von Sommer Fernreisen.

Auch das jüngste Engagement der großen Veranstalter ist ein beredtes Zeichen dafür, dass Kolumbien touristisch im Aufwind ist. Das Angebot werde erfreulich gut angenommen, sagt Dertour-Produktleiter Jörn Krausser. Seit vergangenem Winter präsentieren die Frankfurter »nach langer Abstinenz« wieder Kolumbien. »Weil es immer populärer wird, gehen wir davon aus, dass es ein gut laufendes Ziel für uns sein wird«, sagt Christina Kroll, Produktmanagerin bei FTI. Dort ist Kolumbien diesen Winter erstmals im Katalog vertreten.

Die Einreisezahlen belegen diese Einschätzung. So verzeichnet Kolumbien im vergangenen Touristikjahr mit rund 29.500 deutschen Gästen ein Plus von 13 Prozent. Und dieses Jahr kamen von Januar bis Mai rund 17.100 Deutsche, was einem Plus von rund 62 Prozent entspricht. Nach Spanien ist der deutsche damit der wichtigste europäische Markt.

Idealer Zeitpunkt. Gerade weil das Land touristisch nicht überlaufen ist, trumpfe Kolumbien mit einer besonders offenen und gastfreundlichen Bevölkerung auf, so der einhellige Tenor. »Charmant und entzückend« seien die Menschen, schwärmt Barbara Möller, die sich vor zwei Jahren mit Travel Kolumbien selbstständig machte. Nach Ansicht von Matthias Jäger, der im Frühjahr mit dem Rucksack dort unterwegs war, sei derzeit der ideale Zeitpunkt, um Kolumbien zu besuchen. Vor allem, wenn sich Besucher auch für sozialen Wandel interessieren. Er zeigt sich neben den touristischen Reizen begeistert von der bürgerschaftlichen Kultur und den Bemühungen, etwa in Medellín, frühere Hochburgen von Drogenkartellen ins Stadtleben einzubinden, auch durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. So verbindet dort eine Seilbahn die Hänge am Stadtrand – wo wie überall in Lateinamerika die Ärmeren leben – mit dem Zentrum. In Problemvierteln wurden von international anerkannten Architekten markante Gebäude als Bibliotheken errichtet – der ganze Stolz der Menschen dort. »Es herrscht eine gesellschaftliche Aufbruchsstimmung«, sagt Jäger, der sich auch beruflich mit diesem Thema befasst. Er arbeitet bei der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh am Bertelsmann Transformationsindex (BTI), der 128 Staaten auf ihrem Weg zu rechtsstaatlicher Demokratie und sozialpolitisch flankierter Marktwirtschaft beobachtet und Fortschritte bewertet. Jägers Einschätzung: »Kolumbien ist auf einem guten Weg.«

Anbieter kompakt:

Dertour. Acht Katalogseiten, drei Rundreisen, neu: »Kolumbiens koloniale Schätze« von Bogotá nach Cartagena, Unterkünfte in Bogotá und Cartagena, Badehotels in Manzanillo del Mar und auf der Insel Barú, beide bei Cartagena.

FTI. Kolumbien neu diesen Winter, zehn Katalogseiten, drei Rundreisen sowie Kurztrips, etwa Kaffee-Dreieck oder San Agustin, Badeverlängerung, breites Unterkunftsangebot.

Kontour Exklusiv Reisen. Handgestrickte Touren, keine Gruppenreisen. Metropolitan Touring. Siebentägige Tour Kaffee-Dreieck.

Neckermann. Große Kolumbien-Rundreise (13 Tage), längere Resisen und neue Inhalte, Badeverlängerung in Cartagena, der vorgelagerten Insel Barú sowie der Insel San Andrés, neu Badehotel Capilla el Mar in Cartagena.

Sommer Fernreisen. Empfehlung: Kombi von Ecuador und Kolumbien

STA Travel. Siebentägige Trekkingtour in den Norden von Taganga aus, in die Ruinenstadt Ciudad Perdida. Übernachtung in Hängematte.

Thomas Cook. Große Kolumbien-Rundreise sowie neu zusammengestellt »Höhepunkte Kolumbiens«, komplett neues Stadthotelprogramm in Bogotá und Cartagena, zudem drei weitere Häuser neu im Katalog.

Travel Kolumbien. Im Jahr 2009 von Barbara Möller in Köln gegründet, ausschließlich Kolumbien-Reisen,

TUI. Sechs Katalogseiten, achttägige Rundreise, neu Kurzreise Amazonas und Kaffee-Dreieck, zwei neue Unterkünfte in Cartagena und eine in Bogota (Hotel Casa Deco).
Quelle:travel-one
Dieser Beitrag wurde am 27.08.2011 00:12:27 veröffentlicht.
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